Tipp 06: Glossy vs. Flat Design
starring Katrin Franz

„Flat Design“ lautet das Motto eines aktuellen Design-Trends. Wir haben schlagende Argumente, warum „flat“ in und „glossy“ out ist.

Flat Design bezeichnet ein minimalistisches Design-Konzept, welches stark auf die Benutzerfreundlichkeit im Web ausgerichtet ist. Typische Merkmale sind Reduktion, Vereinfachung, intensiver Einsatz von Farben, große Flächen, Typografie als Gestaltungsmittel sowie Verzicht auf Texturen und Plastizität.

Anfänge des Flat Designs konnte man zunächst bei der Gestaltung von Smartphone-Apps finden, die sich dann in neuen Versionen des Android-Betriebssystems fortsetzten. Absolute Aufmerksamkeit gelang Flat Design im Metro-Design von Windows 8.

Rationalität und Funktionalität sind Begriffe der heutigen Zeit. 3D Buttons, Spiegelungen und raffinierte Lichteffekte sind eher Standard. Shiny und glossy Designs gehören der Vergangenheit an. Als Gegenpol zu Flat Design ist der Designstil „Skeuomorphismus“ zu nennen, der durch eine möglichst realistische Darstellung versucht, Vertrautheit zu schaffen, wie z. B. bei der Nachahmung eines Notizblockes samt virtueller Spiralbildung in Notzbuchanwendungen oder das Verbiegen eines Blattes beim Umblättern eines E-Books.

Flat Design hingegen zeichnet sich durch eine einfache, abstrakte Designsprache aus. Designer setzen immer mehr auf diesen Stil – das zeigen aktuelle Beispiele wie die aktuelle Website von Microsoft oder die Design-Richtlinien von Google. Seiten werden durch farbige Flächen und Buttons klar gegliedert. Flat Design richtet sich an die User und folgt dem Trend, den Content einer Website in den Fokus zu rücken: strukturiert, reduziert ohne Schnickschnack. Mit einem positiven Nebeneffekt: Ohne viel „Bling-Bling“ läuft die Benutzbarkeit von Interfaces rund und somit enfällt auch eine Anpassung dieser Effekte für ältere Browser.

Der schon sehr alte Gestaltungsleitsatz „Form follows function.“ (deutsch: „Die Form folgt der Funktion“) erlebt ein Comeback. Wie auch beim Bauhaus-Stil konsequent angewandt, zählt heute wieder „weniger ist mehr“.

Die Entwicklung zeigt: Webdesign von heute hat sich von anderen Design-Disziplinen emanzipiert und folgt sehr erfolgreich seinen eigenen Konventionen.

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