Seit Jahren unterstützen wir mit unserer Patenschaft ein wegweisendes Schulprojekt. Mit der Hilfe von MIREREOR richten Eltern in abgelegenen Dörfern Schulen für Ihre Kinder ein und fördern Sie dabei, lesen, schreiben und rechnen zu lernen!

VOZAMA-Schule Madagaskar

Die Organisation und Ausbildung der Lehrkräfte übernimmt der MISEREOR-Partner VOZAMA. Die Initiative hilft auch, wenn Stifte, Hefte, Bücher und andere Schulmaterialien angeschafft werden, die sich die meist bitterarmen Familien nicht leisten können.

Eine wichtige Komponente der Projektarbeit besteht darin, die Eltern an der Arbeit von VOZAMA zu beteiligen, Einkommensmöglichkeiten zu nutzen und so die schlimmste Armut zu überwinden. Das Einkommen, welches sie mit besserer Landwirtschaft oder Kleingewerben erwirtschaften, kommt der Ausstattung und dem Unterhalt der Schule zugute.

Eltern und Kinder brauchen Unterstützung

Die meisten Kinder sind unter- oder mangelernährt, daher ist die Ausgabe einer warmen Mahlzeit in allen VOZAMA-Schulen langfristig sehr wichtig. VOZAMA finanziert die Lebensmittel, die Zubereitung übernehmen die Eltern. Es ist bereits viel geschehen: Mit dem Engagement der Hilfsorganisation haben die Menschen in einigen Dörfern bereits kleine Gesundheitszentren und eine Wasserversorgung errichtet.

Ein Fünftel der Kinder in den ländlichen Gebieten besitzen keine Geburtspapiere. Hier werden in den Bergregionen Sammelanhörungen der Standesämter organisiert, damit die Kinder eine Geburtsurkunde erhalten. Denn nur mit dem Besitz einer Urkunde können die Kinder später eine staatliche Schule besuchen.

Die Elternbeteiligung soll noch weiter ausgebaut werden. Hierzu werden die Eltern in Haushaltsführung, Hygiene, landwirtschaftlichen und kleingewerblichen Tätigkeiten unterrichtet. Ziel ist es, die Löhne der Lehrerinnen und Lehrer eines Tages komplett allein zu finanzieren.

VOZAMA in der Corona-Pandemie

Auch die Insellage konnte Madagaskar nicht vor Covid-19 schützen. VOZAMA erfuhr bereits am 20. März von den ersten drei Corona-Fällen im Land. Die Fallzahlen stiegen, trotz der zweiwöchigen Sofortmaßnahmen von Präsident Andry Rajoelina. Diese umfassten Schulschließungen, Ausgangsbeschränkungen und ein Verbot für öffentliche Versammlungen.

VOZAMA in der Corona-Pandemie

Während der Schließung aller Schulen hielt das VOZAMA-Team über Funk und Telefon Kontakt zu den Menschen in den Dörfern. Orte, die anders nicht erreichbar waren, besuchten sie persönlich. Die Lehrkräfte achteten zum Beispiel darauf, dass die Trinkwasserversorgung der Dörfer weiter funktionierte und verteilten Lebensmittel an die bedürftigen Familien. Über Lautsprecherwagen wurden die Menschen dazu aufgerufen, sich vor der Ansteckungsgefahr zu schützen. In kleinen Gruppen, meist unter freiem Himmel, informierte VOZAMA in den Dörfern zu den wegen Covid-19 erforderlichen Hygienemaßnahmen und Verhaltensregeln und bot waschbare Masken an. VOZAMA ermutigte die Bevölkerung, jeden Tag die Nachrichten im Radio zu hören, um die Entwicklungen in der Region zu verfolgen.

Nach zwei Wochen lief das Leben bei VOZAMA wieder an. Zunächst durfte nur mittags gearbeitet werden. In der zweiten Aprilhälfte produzierten die Lehrkräfte dann gemeinsam mit der lokalen Kooperative ECLAIR Schutzmasken in deren Nähwerkstatt in Fianarantsoa. An 45 Maschinen entstanden 22.500 Masken in Kinder- und Erwachsenengrößen. Die waschbaren und mit Gebrauchsanweisungen versehenen Masken wurden ab Anfang Mai an Kinder und Eltern von VOZAMA-Schulen in verschiedenen Regionen verteilt. Die Aktion verringerte nicht nur die Ansteckungsgefahr in den ländlichen Gebieten, sie sicherte den Menschen auch Arbeit und Einkommen.

Bei der Bekämpfung der Pandemie bewährte sich, dass auch Hygiene auf dem VOZAMA-Stundenplan steht. Hier werden Kindern wie Erwachsenen die Zusammenhänge zwischen Hygiene, Gesundheit und Krankheiten vermittelt.

Gemeinsam verändern wir die Welt zum Besseren

Für die Kinder und ihre Familien des VOZAMA-Projekts bedeutet das ganz konkret: die Grundschule im eigenen Dorf, die kleine Gesundheitsstation in der Nähe und eine Dorfgemeinschaft, die beharrlich ihre Situation verbessert.
Nachfolgende Zahlen zeigen: es lohnt sich Projektpartner zu sein, um neue Perspektiven zu entwickeln, die auch in schwierigen Zeiten Bestand haben!

  • 247 Schulen betreibt VOZAMA zurzeit.
  • 8 bis 15 Jungen und Mädchen ist die derzeitige Klassengröße.
  • 3.900 Kinder wurden im März eingeschult.
  • Ca. 75.000 Kinder sind seit 1995 in VOZAMA-Schulen gegangen.
  • 22.500 waschbare Masken wurden vor Ort produziert und an Kinder und Erwachsene verteilt.